SAMMLUNG Ziehe – Krippen und mehr...

Fortlaufende Tagebücher von 1949 bis 2009 entdeckt (August 2017)

Einen atemberaubenden Fund über die fortlaufende Advents- und Weihnachtszeit fast eines ganzen Lebens konnte ich in Leipzig machen. Weit über fünfzig handgeschriebene kleine Tagebücher geben einen einzigartigen Einblick in ein einzelnes Alltagsleben einer Frau aus Leipzig: Ilse D., geboren 1925. In den Aufzeichnungen finden sich Kurzbeschreibungen der jeweiligen Zustände im Land und aus dem persönlichen Lebensumfeld. 

Diese kleinen Taschenbücher lassen in einer Zeitspanne von einundsechzig Jahren Tag für Tag eines Lebens miterleben. Und alles kommt darin vor: Arbeits- und Eheleben, die Gestaltung der Advents- und Weihnachtszeit, Ess- und Trinkgewohnheiten, Geschenke, der Baum, Ausflüge und Spaziergänge. Die Einträge sind schön zu lesen, historisch interessant und dabei menschlich berührend.

Es sind die durchgängigsten Weihnachtsaufzeichnungen, die ich je in Händen gehalten habe. Dabei erahne ich die wechselnden Lebensbedingungen und erkenne sie an Speisenplan und Gabentisch. In den nächsten Monaten werde ich immer wieder darin blättern. Für einen Weihnachtssammler sicher ein Fund, der beschäftigt und fasziniert.

Vielleicht kann zu späterem Zeitpunkt ausführlich daraus berichtet werden. Über die geeignete Präsentation des Fundes während einer Ausstellung sollte nachgedacht werden.


Neue mechanische Krippe (November 2016)

Noch rechtzeitig zur diesjährigen Krippenausstellung konnte eine mechanische Krippe des Volkskünstlers Julian Brzozowski erworben werden. Der Künstler schuf über 400 bewegliche Volksskulpturen (darunter zahlreiche biblische Motive), die durch einen speziellen Dreh-Mechanismus bewegt werden. Diese Krippe schuf er mit 64 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft.


Krippenberg mit Wendekulisse (Mai 2016)

Der Schauplatz des Geschehens ist szenisch abwechslungsreich aufgebaut, dargestellt ist zunächst die Heilige Nacht mit prächtigem Sternenhimmel. Die Landschaft besteht aus hohen, aneinandergereihten Häuserfronten und blauem Hintergrund. Durch das Wenden des Hintergrundbildes kann eine Tageslandschaft entstehen.




Seltener Fund (Februar 2016)

Ein Buckelbergwerk ist ein tragbarer, schrankartiger Schaukasten, der die Darstellung eines Bergwerkes zum Inhalt hat und auf dem Rücken (Buckel) transportiert wurde. Mit der Vorführung des Buckelbergwerks auf Jahrmärkten, Volksfesten oder in der Nachbarschaft verbesserten invalide Bergmänner früher ihre missliche soziale Lage.

Viele Jahre lang habe ich Ausschau gehalten, nun ist dieser Traum für mich in Erfüllung gegangen. Seit Anfang Februar gibt es ein solches Schmuckstück in der SAMMLUNG Ziehe und zeigt einen realitätsnahen und überwiegend detailreichen kleinen Grubenbetrieb mit acht Bergleuten. Die Bergleute an ihren Arbeitsplätzen sind beweglich und werden über einen mechanischen Antrieb in Bewegung gesetzt. Gleichzeitig sind akustische Hammerschläge zu hören. Unterhalb des Bergwerks auf der linken Seite befindet sich eine kleine, auf der rechten Seite unten eine größere Klappe. Hinter beiden ist der Antrieb verborgen, der oberhalb des Kastens durch eine Kurbel aufgezogen werden kann.

Im oberen Teil des Kastens gibt es eine Ebene mit einer Kleinstadt mit Krippenszene und achtundzwanzig alten böhmischen Figuren.




Krippenberg nach Göttingen geholt (November 2015)

Seit über vielen Jahren kenne ich diesen gegen 1910 geschaffenen Krippenberg mit seiner auf das Wesentliche reduzierten volkstümlichen Schnitzkunst. Dieser Berg hat für mich im positiven Sinne etwas Primitives, alle Figuren haben denselben Gesichtsausdruck, sie sind simpel geschnitzt und Schnitzer und Maler haben offenbar nur einen Ausdruck hinbekommen. Doch das  macht diesen Krippenberg für mich besonders liebenswert. Fast fünfzig Jahre stand der Berg bei einer norddeutschen Krippensammlerin auf ihrer Anrichte und ich habe schon viele Male bei Besuchen vor ihm gestanden, habe lange die Szenerie auf mich wirken lassen, immer wieder etwas anderes, vorher nie Gesehenes entdecken können.

Anfang November 2015 konnte ich diese eindrucksvolle Krippe für die SAMMLUNG Ziehe erwerben. Nach vorsichtigem Säubern und Restaurieren wird dieser böhmische Krippenberg in Göttingen in St. Jacobi ab Weihnachten 2016  gezeigt.


Großkrippe komplettiert (September 2015)

Lange schon wünsche ich mir eine vielfigurige Krippe aus Böhmen, in der die Figuren mindestens 15 cm groß sind.

Im Herbst 2012 konnte ich vierundzwanzig Figuren einschließlich der Heiligen Familie, vier Schafen, Ochse und Esel bei einem Holzschnitzer erwerben. Im April 2014 fand ich auf einem Antikmarkt zwei alte böhmische Krippenkulissenwände und einige Häuser aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Elefant, Dromedar und Pferd und dazu ein Müller und mehrere Musikanten, weitere Schafe, Hunde und Enten kamen hinzu.

Mittlerweile ist der Figurenbestand auf über sechzig Figuren angewachsen. Ich freue mich sehr, diese Krippe in der Ausstellung "Krippen und mehr..." im Dezember 2015 in St. Johannis der interessierten Göttinger Öffentlichkeit gezeigt zu haben.

Kastenkrippe entdeckt (Dezember 2013)

Wenn es mir möglich ist, fahre ich gerne zu dem einmal im Monat stattfindenden Leipziger Antikmarkt, der auf ausschließlich sehr alte Ware spezialisiert ist. Hier entdeckte ich im November 2013 diese gegen 1900 geschaffene Krippe. Ende der 1980er Jahre hatte der Händler die Kastenkrippe in der südlichen Oberlausitz gekauft.

Die südliche Oberlausitz, nahe der tschechischen Grenze gelegen, wurde vor allem wegen der Vielzahl von Krippen der nordböhmischen Tradition, die sich hier erhalten haben, bekannt. Hier überlebte auch diese Kastenkrippe die Kriegs- und Nachkriegszeit, in der durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung die meisten Krippen in Böhmen verschwanden.

Nach dreißig Kellerjahren, die sie in Potsdam verbracht hatte, sollte sie nun verkauft werden. Sie war zum ersten Mal in Göttingen im Dezember 2015 in St. Jacobi zu sehen.