SAMMLUNG Ziehe – Krippen und mehr...
Vom Beginn des Monats Dezember an wird in vielen Kirchen und christlichen Familien bereits eine Krippe aufgebaut.

Krippen sind figürlich – künstlerische Darstellungen der Geburt Jesu in einer Futterkrippe in einem Stall zu Bethlehem. An der Krippe stehen die Heilige Familie und die Hirten, im Hintergrund Ochse und Esel. Die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland – der Heiligen Drei Könige – wird vielerorts um den 6. Januar mit in die Krippenlandschaft einbezogen.

Die ersten bekannten schriftlichen Zeugen, die das Geschehen der Menschwerdung Christi beschrieben haben, sind die Evangelisten Lukas und Matthäus. Besonders bekannt ist das Weihnachtsevangelium des Lukas, das wahrscheinlich im 2. Jahrhundert nach Christi Geburt entstanden ist und dann allmählich in den ersten Christengemeinden verbreitet wurde.

Bereits im 4. Jahrhundert finden sich in Rom in den Katakomben bildliche Darstellungen der Geburt Christi. Der genaue Ursprung der Krippe ist aber nicht sicher zu bestimmen, sondern ist das Produkt einer langen Entwicklung.

Urkundlich belegt ist, dass schon in altchristlicher Zeit am Weihnachtstag in den Kirchen religiöse Schaustellungen zu sehen gewesen sind, welche ab dem 10. Jahrhundert immer mehr volkstümlichen Charakter annahmen und sich allmählich über ganz Europa verbreiteten.

Oft wird auch der Heilige Franziskus von Assisi als "Vater der Krippe" angesehen, da er im Jahre 1223 um Weihnachten in einem Wald die erste Weihnachtskrippe in der uns bekannten Form baute. Mit Erlaubnis des Papstes Honorius III zog er damals aus dem Kloster  
von Greccio aus und errichtete in einer Waldhöhle eine Futterkrippe, an der auch ein lebendiger Ochse und ein Esel stand, die Heilige Familie war jedoch noch nicht zugegen. Dann hielt er vor einer großen Menschenmenge seine berühmte Weihnachtspredigt und machte so den des Lesens Unkundigen die Weihnachtsgeschichte besser verständlich.

Eine der ältesten Weihnachtskrippen steht in der Sixtinischen Kapelle der Kirche von Santa Maria Maggiore in Rom. Sie wurde 1 289 von Arnolfo di Cambio aus Alabaster gefertigt und 1291 dieser Kirche gestiftet. Die Krippe hat die Form eines kleinen Hauses, in dem die Anbetung der Könige dargestellt wird.

Die große Blütezeit der Krippen war das Zeitalter des Barock. Erste sichere Nachrichten von Kirchenkrippen stammen aus Süddeutschland, wo nach der unruhigen Zeit der Reformation zuerst die Jesuiten den großen Wert der Krippe als Andachtsgegenstand und als Mittel der religiösen Unterweisung erkannten. Die Jesuiten ließen beeindruckende, wertvolle Krippen bauen, und diese verbreiteten sich rasch in den Kirchen des gesamten katholischen Europas. Der Funken sprang bald auch auf die Städte über, und schließlich wollte jede Gemeinde eine eigene Krippe ihr Eigen nennen.

Zu Hochburgen des Krippenbaus in Europa entwickelten sich Italien, Spanien, Portugal und Südfrankreich, im Osten Europas die Länder Polen, die Tschechei und Slowakei, in Mitteleuropa vor allem Österreich und der Süden Deutschlands.

Eine weitere Blütezeit erlebte die Krippenkunst im 18. Jahrhundert. Sowohl in den Schloss- und Kirchenkrippen, als auch in den Krippen des einfachen Volkes begann man, die Weihnachtsgeschichte auszuweiten und sie mit unzähligen Stationen und Episoden zu ergänzen.

Ende des 18. Jahrhunderts kam die Zeit der Aufklärung und die damit verbundene Säkularisation. Mancherorts kam es zu einem Verbot der Krippen, besonders in Bayern mussten alle Krippen aus den Kirchen entfernt werden. Doch das führte dazu, dass sie verstärkt Einzug in die Bürger- und Bauernhäuser fanden.

Hauptsächlich in der bäuerlichen Bevölkerung wuchs das Interesse an der Krippenkunst und man schnitzte – auch in Tirol – die Figuren selbst. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bevorzugte man in Krippendarstellungen die heimische Gebirgslandschaft; ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam die orientalische Krippe immer mehr zur Geltung. Um 1900 ließ das Interesse an den Krippen stark nach. Doch es gab Sammler, die verhinderten, dass viele Darstellungen unwiederbringlich verlorengingen.

Die Liebe zur Krippe ist in guten oder schweren Zeiten nie ganz in Vergessenheit geraten. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts ist das Interesse an Krippen wieder stark gewachsen. Darüber hinaus sind Ausstellungen in den letzten Jahren wieder stark in den Mittelpunkt allgemeinen Interesses gerückt.